Mädchenkantorei in Frankreich

Beeindruckende Reise zum Beginn der Sommerferien

Reisesegen von Monsignore SchröderPünktlich zum Beginn der Sommerferien startete nach dem Domchor auch die Mädchenkantorei am Hohen Dom in besonderer Mission nach Frankreich mit im Wesentlichen zwei Höhepunkten: Der Besuch der Paderborner Partnerstadt Le Mans und die Teilnahme am Internationalen Kongress des Chorverbandes PUERI CANTORES in Paris.

Der internationale Verband katholischer Jugend- und Kinderchöre, der auch in Deutschland vertreten ist, veranstaltet alle ein bis drei Jahre Chortreffen, zu denen Chöre aus der ganzen Welt jedes Mal in andere Städte kommen, um dort singend und betend Gott zu loben. 2009 und 2012 ging es für die Paderborner Mädchenkantorei nach Stockholm in Schweden und nach Granada in Spanien. Diesmal also führte sie die Reise nach Paris.

Für diese „Tour“ wurde der größte Bus der Region gechartert denn das Team umfasste nicht weniger als 70 Mädchen, die achtköpfige Betreuungsgruppe, die Domkantorin Gabriele Sichler-Karle und den Dekanatskirchenmusiker Sebastian Freitag.

Samstag, 5. Juli um 6:30 Uhr war Start am Maspernplatz zum gut 500 km entfernten Le Mans und bereits um 11:45 Uhr meldete eine fröhliche Domkantorin: „Die Mädchenkantorei verlässt gerade Deutschland!“

Nach einer langen Fahrt mit 4 Pausen erreichte der Paderborner Tross am frühen Abend  Le Mans. Die Gastfamilien standen schon bereit und nahmen die müden aber auch ein wenig aufgeregten Mädchen in Empfang. 12 der jüngeren Mädchen verabschiedeten sich mit den Betreuerinnen in Richtung Jugendherberge.

Nach einer ersten Nacht im fremden Land und mit fremder Sprache traf man sich einigermaßen ausgeschlafen und mitteilungsbedürftig im Probenraum der Kathedrale St. Julien. Allen widrigen Wetterlagen zum Trotz – auf dem kurzen Weg vom Probenraum zur Kirche fing es richtig an zu regnen – gab es eine feierliche Messe. Am Nachmittag, nach einer ausgiebigen Stärkung in den Familien bzw. einem Pizzaessen für die Jugendherbergskinder, fand das lang erwartete Konzert in der Kathedrale statt. In der vollbesetzten Bischofskirche liefen unsere Mädchen zur Hochform auf. Die Zuhörer spendeten der Mädchenkantorei und Sebastian Freitag, dem Mann an den Tasten der Domorgel, begeisterten Applaus.

Konzert Le Mans

Am Montag begann dann das „Sightseeing Programm“ mit einer Fahrt ans Meer zum Mont St. Michel.

Nach einer dreistündigen Anreise erklomm das Team die 80 Meter hoch auf einem Felsen im Atlantik gelegene Abtei vorbei an einer filmreifen Kulisse mit kleinen Läden. Gegen Mittag versammelten sich die Mädchen in der Abteikirche um ein kleines spontanes Konzert zu geben und die anwesenden Touristen – darunter auch 5 Herren aus Paderborn- mit ihren Stimmen zu verzaubern. Anschließend machte sich die Mädchenkantorei erfolglos auf die Suche nach dem Meer. Es war nur in der weiten Ferne zu sehen, denn die ehemalige Meeresbucht ist seit vielen Jahren stark versandet. Nur bei extrem hohen Gezeiten steht das Wasser bis an den Abteiberg worauf die Reisegruppe natürlich nicht warten konnte.

Mont St. MichelAuf der Rückfahrt war unter anderem eine Busprobe angesagt. „La Group“ entschied

sich danach im unteren Teil des Busses noch ein (gelungenes) Singen mit Sebastian zu veranstalten.

Der Dienstag stand ganz im Zeichen der Städtepartnerschaft: Bereits um 9:30 trafen sich alle vor der Kathedrale um gemeinsam zum Empfang in das Rathaus zu gehen wo die Paderborner „Botschafterinnen“ sehr freundlich vom stellvertretenden Bürgermeister der Stadt Le Mans empfangen wurden. Die Pflege der Städtepartnerschaft –Jumelage-  zwischen Paderborn und Le Mans würde durch den Besuch der Mädchenkantorei in besonderer Weise aufgefrischt, betonte er. Für den herzlichen Empfang bedankte sich die Mädchenkantorei mit einem deutschen und einem französischen Volkslied.

4Am Mittwoch dann ein herzlicher Abschied von den Gastfamilien und eine großes Dankeschön für die tolle Gastfreundschaft. Gern besucht man sich wieder und die Einladung bald wieder zu kommen „steht“.

HelferfrühstückDann „verlegte“ die Paderborner Mädchenkantorei von Le Mans nach Paris, eine etwas holprige Tour, denn der Bus passte nicht unter der Brücke zur Jugendherberge durch. Doch gekonnt disponierten man um und verließ Le Mans mit einer Stunde Verspätung. Trotzdem war noch Zeit, um einen Halt in Chartres einlegen um die Kathedrale zu besichtigen und die Akustik zu testen.
Weiter ging es dann nach Paris, wo man bereits um 13:30 Uhr die Jugendherberge erreichte. Umstieg auf andere Verkehrsmittel: Die erste Fahrt mit der Metro war ein kleines Abenteuer, doch Sängerinnen und Begleitcrew fanden sich auch unterirdisch, dank der sehr guten Vorbereitung des Teams, gut zurecht. Die jüngeren Mädchen wurden „an die Leine genommen“ und keiner ging verloren. Am Place des Invalides begann um 17:30 Uhr die Eröffnungsfeier des Chorfestivals. Das Wetter zeigte sich nicht von seiner besten Seite. Man wurde von einem „mittelstarken“ Regenapplaus empfangen. Doch die Wetteraussichten versprachen Besserung.
Was für ein Festival! Weit über 5000 jungen Sängerinnen und Sängern aus aller Welt trafen sich in der französischen Hauptstadt und allein aus Deutschland waren 34 Chöre am Start.

 

Paris Galakonzert

FansDie Pueri Cantores der Welt werden in Paris an ihre Wurzeln zurückgeführt. Es war nämlich in Paris, wo Abbé Fernand Maillet, Leiter der Petits Chanteurs à la Croix de Bois 1947 auf die Idee kam, Chöre in Frankreich und später auf der ganzen Welt zusammen zu bringen, um mit Hilfe des Chorgesangs Grenzen zu überwinden und zur Ehre Gottes und für den Frieden auf der Welt zu singen. Beim traditionellen Galaabend am 11. Juli im Palais des Sports sangen aus jedem teilnehmenden Land ein bis zwei Chöre. Deutschland wurde von der Paderborner Mädchenkantorei vertreten. Die gemeinschaftlichen Veranstaltungen mit den anderen Chören zogen sich wie ein roter Faden durch den Ablauf des Festivals. Am nächsten Tag schon folgte der nationale Gottesdienst der deutschen Chöre, die mit rund 2.800 die meisten Teilnehmer aufboten. Hier wurde auch das Mottolied des nationalen Chortreffens in Würzburg gesungen. Was bei einem Chorfestival auch nicht fehlen darf, sind Konzerte.

10Die Mädchenkantorei sang in Saint Francois de Sales zusammen mit den Chören St. Gregory Choir School (F), Les petits chanteurs de Belgique (B), Escolania San Salvador (E). Am Ende des Konzertes vereinigten sich alle vier Chöre zu einem Gesamtchor.

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Stadtbummel, Shoppen und Sightseeing standen natürlich auch auf dem Programm. Am Donnerstagnachmittag wurde Paris bei einer Stadtrundfahrt besichtigt. Die restliche Freizeit nutzten die einzelnen Gruppen für die individuelle Erkundung der Stadt. Eine Gruppe schaffte es sogar auf den Eifelturm. Für alle ein unvergessliches Erlebnis.

In der berühmtesten Kirche von Paris, der Kathedrale Notre Dame, fand innen und vor der Kathedrale am Samstagnachmittag der gemeinsame Abschlussgottesdienst statt.

ShoppenNach der Abschlussfeier auf dem Place des Invalides machten sich die Mädchen der Kantorei wieder auf die Heimreise und kamen zur 2. Hälfte des Endspiels der Fußballweltmeisterschaft wieder in Paderborn  an. Was wäre eine solche Reise ohne ein erstklassig arbeitendes Begleitteam. Herzlichen Dank an die engagierten Helferinnen und Helfer.

Betreuerteam

Die Bilder in diesem Artikel sind nur ein kleiner Ausschnitt aus dem großen Bildarchiv, aufgenommen von Waldemar Reisch. Den Link zu dieser Bilderserie finden Sie auf diesem Portal in der obersten Zeile der Hauptseite unter „Intern“.