„Himmelstimmen“ – einen schöneren Namen hätte das Konzert des Vokalensembles Sjaella im Hohen Dom zu Paderborn nicht finden können. Das Publikum durfte sich am A Capella-Gesang in Form eines ausgewogenen Ensembleklangs, mit kristallklarer Intonation und Ausdruck erfreuen.

„Wir bitten Sie noch um einem Moment Geduld. Da noch so viele Gäste am Eingang stehen, beginnen wir ein paar Minuten später“ – der Hinweis von Domkantorin Gabriele Sichler-Karle an die Zuhörer am Sonntagnachmittag im Hohen Dom verhieß eigentlich nur Gutes. Das Konzert mit dem Vokalensemble aus Leipzig fand die erhoffte Resonanz und damit auch bei der zweiten Veranstaltung der Kirchenmusikalischen Woche ein „ausverkauftes Haus“.

Homogen und individuell, leicht und kernig, präzise und frei – mit diesem Facettenreichtum kündigte sich Sjaella an. Das Sextett der jungen Frauen hielt, was es versprach, und glänzte mit einem facettenreichen Repertoire und bester Sangeskunst. Beim Konzert standen unter anderem Werke von Hugo Distler, Knut Nystedt, Simon Wawer, Paul Heller und Ola Gjeilo auf dem Programm. Ein kurzweiliger Auftritt, den das Publikum gern mit einer ausweitenden Verlängerung beendet hätte. Doch die Zeit war wegen der Sonntagsliturgie im Hohen Dom begrenzt.
Bis zur kleinen Pause standen geistliche Lieder im Vordergrund. Beginnend mit dem mittelalterlichen Hymnus „O Christe, flos convállim“ und endet mit „Die Sternseherin“, einer Komposition von Knut Nystedt und Text von Matthias Claudius.
Weltlichere Musik aus verschiedenen Epochen schloss sich an. Volksliedern gehört die neue Liebe von Sjaella – ob irisch, norwegisch oder zum Finale finnisch.

„Himmelsstimmen“ war der gut ausgewählte Titel des Konzertnachmittags, das Leipziger Sextett überzeugte mit einem fast orchestralen Stimmwerk.
Domkapellmeister Thomas Berning: „Das Wochenende war ein wunderbarer Auftakt unsere Kirchenmusikalischen Festwoche und bot die richtige Einstimmung.“ Ein Glücksgriff bei der Verpflichtung von Sjaella befand zurecht Domkantorin Gabriele Sichler-Karle, die im Hintergrund an der Inszenierung zwischen Stimmenklang und Lichtspiel mitgewirkt hatte, um den Dom auch in seiner Stärke als Klanghaus zu präsentieren.
Sjaelle – das Wort stammt aus der nordischen Sprache und heißt übersetzt: Seele – wurde schnell zum Markenzeichen. „Wir sind ein ganz demokratisches Ensemble“, berichten die Leipzigerinnen, die sich aus dem Kompromiss von 1000 Ideen und Vorschlägen für Musik organisieren.“ Sjaella das sind: Viola Blache (Sopran), Franziska Eberhardt (Sopran), Marie Fenske (Sopran), Marie-Charlotte Seidel (Mezzosopran), Helene Erben (Alt) und Luisa Klose (Alt).