Leben und berufliche Tätigkeit

Berning studierte von 1987 bis 1992 Katholische Kirchenmusik an der Hochschule für Musik Detmold. Zu seinen Lehrern zählten Gerhard Weinberger (Orgel), Alexander Wagner, Georg Christoph Biller (Chordirigieren). Nach seinem Studium war er von 1992 bis 1995 Kantor an der Antoniuskirche in Herten (Westf.) und von 1995 bis 2006 Bezirkskantor der Erzdiözese Freiburg an der Jesuitenkirche in Heidelberg. Er leitete von 1992 bis 1995 den Madrigalchor Recklinghausen und gründete dort den Vestischen Kammerchor. In Heidelberg leitete er den Konzert- und Kammerchor der Cappella Palatina, in Freiburg zudem den Kammerchor Concerto Vocale. Mit seinen Ensembles führte er ein breites Repertoire an oratorischen Werken und A-cappella-Chorliteratur aller Epochen auf. Uraufführungen großer oratorischer Werke von Tilo Medek und Friedrich Voss wurden ihm angetragen. Als Konzertorganist war er 1993 der 1. Preisträger des Gottfried-Silbermann-Orgelwettbewerbs. Er initiierte das Orgelneubauprojekt in der Jesuitenkirche Heidelberg und ist Mitherausgeber des Freiburger Orgelbuchs.

Am Paderborner Dom ist Berning seit 2007 Domkapellmeister und somit verantwortlich für die Chormusik in Gottesdienst und Konzert und die Leitung der Domsingschule (Johannes-Hatzfeld-Haus). Er ist Mitglied der Kirchenmusikkommission des Erzbistums und des Nationalkomitees des Chorverbandes Pueri Cantores. In seiner Dienstzeit erfuhr die Dommusik zahlreiche strukturelle Neuerungen. Dazu zählen u. a. der Umbau des Hauses der Dommusik, die Gründung der Mädchenkantorei am Hohen Dom, die Gründung des Freundeskreises Dommusik sowie der Aufbau einer Schulkooperation mit den Michaelsschulen Paderborn. Mit nun über 300 aktiven Sängerinnen und Sängern zählt die Paderborner Dommusik zu den großen Institutionen ihrer Art.

Unter seiner Leitung stehen der Paderborner Domchor (Knabenchor) und die Domkantorei Paderborn. In von ihm geleiteten Domkonzerten erfolgten u. a. die Aufführungen der H-Moll-Messe von Johann Sebastian Bach 2011, des Oratoriums L´Apocalypse selon St. Jean von Jean Françaix 2013, der Missa solemnis von Ludwig van Beethoven im Jahr 2015 sowie die Aufführung der wiederentdeckten Missa a 16 von Antonio Maria Abbatini zur Tagung der Deutschen Bischofskonferenz im Jahr 2012. Jährliche Konzertreisen mit seinen Chören führten ihn u. a. nach Israel, Malta, Rom, Frankreich und in zahlreiche deutsche Kathedralen. Zum Jubiläum des Domchores reiste er im Oktober 2015 mit dem Chor in die USA.

2008 berief ihn die Philharmonische Gesellschaft Paderborn (die sich aus Mitgliedern des Niedersächsischen Staatsorchesters Hannover und der NDR-Radiophilharmonie Hannover zusammensetzt) zum künstlerischen Leiter und Dirigenten ihrer sinfonischen Konzerte. Seit 1992 unterrichtet Thomas Berning im Hochschulbereich, zunächst an der Hochschule für Musik Detmold, von 1996 bis 2006 an der Hochschule für Kirchenmusik Heidelberg und seit 2007 im Fach Partiturspiel wieder an der Hochschule für Musik Detmold. Impulse für seine künstlerische Arbeit erhielt er auch bei Kursen von Uwe Gronostay, Richard Wistreich und Andrea Marcon sowie in der Zusammenarbeit mit renommierten Solisten und Orchestern.

Berning ist mit der Sängerin Ina Siedlaczek verheiratet und hat fünf Kinder.

Tätigkeit

Chorleitung

  • 1988–1992: Kirchenchor St. Hedwig, Bielefeld-Heepen
  • 1990–1992: Chor der evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Heiligenkirchen (Detmold)
  • 1992–1995: Katholischer Kirchenchor St. Antonius, Herten
  • 1992–1995: Madrigalchor Recklinghausen
  • 1994–1999: Kammerchor Concerto vocale, Freiburg
  • 1995–2006: Cappella Palatina Heidelberg
  • Seit 2007: Paderborner Domchor (Knabenchor)
  • Seit 2007: Domkantorei Paderborn
  • Seit 2017: Städtischer Musikverein Gütersloh

Orchesterleitung

  • Seit 2008: Leiter des Orchesters der Philharmonischen Gesellschaft Paderborn

Orchesterzusammenarbeit

  • Heidelberger Sinfoniker
  • Nordwestdeutsche Philharmonie
  • Concerto von anima
  • L‘Arco Hannover
  • Ensemble Schirokko Hamburg
  • Karlsruher Barockorchester

Preise / Auszeichnungen

  • 1993: 1. Preisträger beim 1. Internationalen Gottfried-Silbermann-Orgelwettbewerb, Freiberg (Sachsen)
  • 2017: 2. Preis (Platzierungskategorie: „mit sehr gutem Erfolg teilgenommen“) beim Landeschorwettbewerb NRW mit den Männerstimmen des Paderborner Domchores (Kategorie: Männerchöre bis 35 Mitglieder)

Aufnahmen

  • Nun öffnet alle Tore weit! – Chor- und Orgelmusik von Theodor Pröpper (1996)
  • Hör, o Vater – Geistliche Gesänge für Bariton (Markus Lemke) und Orgel von Rheinberger und Dvorak. (Christophorus Entrée, 2004)
  • Josef Gabriel Rheinberger: Christus factus est (mit Vocalensemble Rastatt, Holger Speck). Carus-Verlag
  • Libori Festmusik – Chor- und Orgelmusik zum Libori-Fest. Paderborner Domchor, Tobias Aehlig (u. a.: Wolfgang Seifen: Missa festiva Sti. Liborii) Musicom 2016